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PDE-4B-Hemmer auch bei Lungenfibrose infolge Autoimmunerkrankung wirksam

Hoffmann-Vold, AM et al., 29. April 2026 - In der Studie FIBRONEER-ILD hatte die Therapie mit Nerandomilast das Fortschreiten einer progredienten Lungenfibrose (PPF) gegenüber Placebo mit und ohne Hintergrundtherapie mit Nintedanib verzögert. Nun wurde auch der Effekt von Nerandomilast speziell bei einer PPF bei interstitieller Lungenerkrankung (ILD) im Zusammenhang mit einer Autoimmunerkrankung untersucht.
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Fazit

Die Ergebnisse der Studie FIBRONEER-ILD waren bei Patient*innen mit PPF bei autoimmuner ILD konsistent mit der Gesamtpopulation. Aufgrund der geringen Fallzahlen war eine Analyse einzelner Erkrankungsgruppen nicht möglich. Sowohl mit als auch ohne Nintedanib und auch bei Einsatz einer immunmodulierenden Therapie im Verlauf blieb Nerandomilast in beiden Dosierungen gegenüber Placebo von Vorteil, erklären die Autor*innen.

Wie in der Gesamtpopulation prüften Anna-Maria Hoffmann-Vold von der Abteilung für Rheumatologie des Universitätshospitals in Oslo und Koautor*innen die Veränderung der forcierten Vitalkapazität (FVC) über 52 Wochen (primärer Endpunkt der Studie) und die Zeit bis zur ersten akuten Exazerbation der ILD, einer Hospitalisierung wegen respiratorischer Komplikationen oder Tod.

325 von 1.176 Studienteilnehmer*innen wiesen eine Autoimmun-ILD auf, 118 (36,3%) im Rahmen einer rheumatoiden Arthritis (RA-ILD), 75 (23,1%) im Rahmen einer systemischen Sklerose (SSc-ILD), 47 (14,5%) im Rahmen einer Mischkollagenose (MCTD-ILD), 33 (10,2%) im Rahmen einer idiopathischen inflammatorischen Myopathie (IIM), 27 (8,3%) im Rahmen einer Sjögren-Erkrankung (SjD-ILD) und 25 (7,7%) im Rahmen einer anderen autoimmun-bedingten ILD. Randomisiert hatten 100 Patient*innen mit autoimmuner ILD Placebo erhalten, 112 Nerandomilast in einer Dosis von 9 mg zweimal täglich (BID) und 113 Nerandomilast in einer Dosis von 18 mg BID. Eine stabile Therapie mit Nintedanib war erlaubt, Pirfenidon nicht. Auch eine immunmodulierende Therapie außer Prednison war bei Studieneinschluss ausgeschlossen und erst ab Monat 6 bei Bedarf möglich, sodass keine Aussagen für Patient*innen unter laufender Therapie mit Cyclophosphamid, Tocilizumab, Mycophenolat mofetil oder Rituximab geschlussfolgert werden können.

Ergebnisse

Die adjustierte mittlere Veränderung der FVC in Woche 52 gegenüber dem Ausgangsbefund betrug -107,1 ml in der Placebogruppe, -61,2 ml in der Gruppe mit Nerandomilast 9 mg BID und -64,9 ml in der Gruppe mit Nerandomilast 18 mg BID. Die Differenz der FVC-Abnahme zwischen der niedrigen Nerandomilast-Dosis und Placebo betrug 45,9 ml, zwischen der höheren Nerandomilast-Dosis und Placebo 42,2 ml. Diese Reduktion der Abnahme der FVC entsprach in etwa dem in der Gesamtpopulation von PPF-Patient*innen beobachteten Effekt von Nerandomilast in beiden Dosierungen.

Über die gesamte Studiendauer hinweg (mittlere Exposition mit der jeweiligen Studienmedikation 15,8 Monate) verringerte Nerandomilast (9 mg BID) das Risiko für eine erste akute Exazerbation der ILD, einer Hospitalisierung wegen respiratorischer Komplikationen oder Tod um 34% (Hazard Ratio [HR] 0,66; 95% Konfidenzintervall [KI] 0,40–1,10), Nerandomilast (18 mg BID) um 44% (HR 0,56; 95% KI 0,33–0,94). Das Risiko, in der Beobachtungszeit zu versterben, war mit der niedrigeren Nerandomilast-Dosierung gegenüber Placebo um 60% reduziert (HR 0,40; 95% KI 0,17–0,94), mit der höheren um 72% (HR 0,28; 95% KI 0,11–0,69).

Unerwünschte Ereignisse führten bei Nerandomilast-Therapie in beiden Dosierungen nicht häufiger zu Abbrüchen der Studienmedikation als in der Placebo-Gruppe (Nerandomilast 9 mg BID: 8,0%, Nerandomilast 18 mg BID: 10,6%, Placebo: 13,0%).