BadgesStudien

Bei IPF bleibt FVC mit PDE-4B-Hemmung auch längerfristig besser erhalten

Oldham, JM et al., 01. Mai 2026 - In der randomisiert-kontrollierten Studie FIBRONEER-IPF wurde der primäre Endpunkt, eine signifikant geringere Verschlechterung der forcierten Vitalkapazität (FVC) gegenüber Placebo in Woche 52, erreicht. Nerandomilast verringerte im Vergleich zu Placebo bei Patient*innen mit idiopathischer Lungenfibrose (IPF) in beiden Dosierungen (9 mg oder 18 mg zweimal täglich, BID) signifikant die FVC-Abnahme, die als Hinweis auf einen IPF-Progress gilt.
Aufgeschlagenes Buch - darüber schwebende Illustrationen mit Medizinbezug

Fazit

Die längere Beobachtungsdauer in der Studie FIBRONEER-IPF führte nicht zu einer signifikant längeren Zeit bis zum ersten Auftreten einer IPF-Exazerbation, einer Hospitalisierung wegen respiratorischer Komplikationen oder Tod. In der höheren Dosisgruppe (Nerandomilast 18 mg BID) zeigte sich ein numerisch geringeres Risiko zu versterben. Die Autor*innen diskutieren, dass die klinischen Endpunkte wahrscheinlich noch mehr Zeit benötigen, um einen signifikanten Unterschied zu erreichen.

Jetzt wurde die Auswertung zum Zeitpunkt vorgestellt, als alle 1.177 behandelten Patient*innen die Kontrolluntersuchung nach 52 Wochen durchlaufen hatten. Damit betrug die mittlere Expositionszeit mit Placebo 14,8 (±5,0) Monate, mit Nerandomilast 9 mg BID 14,9 (±5,0) Monate und mit Nerandomilast 18 mg BID 14,7 (±5,3) Monate, berichtete die Studiengruppe FIBRONEER-IPF mit Erstautor Justin M. Oldham von der Abteilung für Pneumologie und Intensivmedizin der Universität von Michigan in Ann Arbor (USA). Im Mittelpunkt der Analyse stand der klinisch relevante sekundäre Komposit-Endpunkt der Zeit bis zum ersten Auftreten einer IPF-Exazerbation, einer hospitalisierungspflichtigen respiratorischen Komplikation oder Tod zum finalen Datenschluss.

Ergebnisse

Der primäre Endpunkt der FVC-Abnahme zeigte einen über die Zeit noch zunehmenden Vorteil zugunsten beider Nerandomilast-Dosierungen. 650 Patient*innen hatten zum Datenschluss bereits den 76-Wochen-Zeitpunkt passiert. Die adjustierte mittlere Veränderung im FVC betrug in Woche 76 in der Placebogruppe 262,4 (±17,6) ml, in der Gruppe mit Nerandomilast 9 mg BID -165,1 (±17,4) ml und in der Gruppe mit Nerandomilast 18 mg BID -138,3 (±17,4) ml.

Ein signifikanter Unterschied zwischen den Nerandomilast-Gruppen und Placebo hinsichtlich des klinischen sekundären Komposit-Endpunkts zeigte sich nicht. Im Vergleich zu Placebo lag die Hazard Ratio (HR) für ein Endpunktereignis mit Nerandomilast 9 mg BID bei 0,92 (95% Konfidenzintervall [KI] 0,69–1,22) und mit Nerandomilast 18 mg BID bei 0,99 (95% KI 0,75–1,31). Die HR für Tod im Vergleich zu Placebo betrug mit Nerandomilast 9 mg BID 0,95 (95% KI 0,61–1,49) und verfehlte mit Nerandomilast 18 mg BID knapper die Signifikanz (HR 0,66; 95% KI 0,41–1,08).

Auch bei längerer Beobachtung war das Sicherheitsprofil von Nerandomilast günstig. Zum Abbruch führten unterwünschte Ereignisse (UE) in der Placebogruppe bei 13,0%, in der Gruppe mit Nerandomilast (9 mg BID) bei 13,5% und in der Gruppe mit Nerandomilast (18 mg BID) bei 16,1% der Patient*innen. Eine Diarrhö war selten der Grund für einen Therapieabbruch außer in der Gruppe mit Nerandomilast (18 mg BID), wenn parallel dazu auch Nintedanib eingenommen wurde. In allen Behandlungsgruppen war eine Hintergrundtherapie mit Nintedanib oder Pirfenidon erlaubt.